Energiezukunft
Pellets

Pellets mit Power

Holzpellets sind in Form gepresste Energie. Mehr als 27 Millionen Tonnen werden inzwischen weltweit produziert. Die Nachfrage steigt.

Holz hacken mit der Axt, das ist heute oft mehr Sport und Freizeitvergnügen als eine Notwendigkeit. Größere Mengen Feuerholz werden meist hydraulisch gespalten. Das ist zwar weniger romantisch, kostet jedoch auch weniger Kraft. Anschließend sorgt ein Kaminfeuer für Gemütlichkeit und bringt auch wohlige Wärme ins Zuhause. Über viele Jahrhunderte war Holz der wichtigste Brennstoff überhaupt zum Kochen wie zum Heizen. Mit der Energiewende erlebt das Heizen mit Holz als nachwachsendem Rohstoff eine Renaissance, denn Holz – meist in Form von Pellets – verbrennt annähernd CO2-neutral. Doch wie entstehen Pellets und wie kommen sie aus dem Wald in den Ofen?

Auch im Wald hat die Axt weitgehend ausgedient. Der Förster oder der Waldbauer entscheidet, welche Bäume gefällt werden, ohne den Bestand zu gefährden. Dann rücken die Holz-Vollernter an. Sie fällen den Baum, entasten ihn, und legen ihn auf den Rückezug, einen Transporter, der sich auch in unwegsamem Gelände bewegen kann. Von dort bringt er die Stämme bis zum Holzweg. Hier nimmt ein Holzlaster die Fracht auf und transportiert sie ins Sägewerk, wo die Stämme zu Balken und Bohlen verarbeitet werden. Was bleibt, sind Reste vom Zuschnitt, Rinde, Hackschnitzel und Sägespäne, die früher als Abfall galten und wirtschaftlich nicht genutzt wurden. Es waren vor allem die Schweden und Amerikaner, die diese Potenzial – aufgeweckt durch die Ölkrise – erkannten und in den 1980er Jahren die nötige Technik entwickelten, um die Holzreste weiterzuverarbeiten. Heute entstehen aus den größeren Holzstücken Hackschnitzel, der Rest dient der Pellet-Produktion.

Die Produktion von Pellets findet sich deshalb häufig in unmittelbarer Nähe zu Sägewerken, denn das bedeutet kurze Wege. Zur Herstellung einer Tonne Holzpellets werden etwa sieben bis acht Kubikmeter Sägespäne benötigt. Das Rohmaterial wird zunächst auf eine homogene Korngröße gemahlen und getrocknet. Dann wird der Rohstoff durch eine Matrize gepresst. Sobald die Stangen den Presskanal verlassen, werden sie auf die vorgesehene Länge geschnitten oder gebrochen. Ihre harte Konsistenz erhalten die Pellets hauptsächlich durch den hohen Druck und das holzeigene Lignin, das für die Festigkeit von pflanzlichen Geweben verantwortlich ist. Am Ende haben die Pellets in der Regel einen Durchmesser von sechs Millimetern und sind maximal vier Zentimeter lang. Ihr Heizwert liegt bei etwa fünf Kilowattstunden pro Kilogramm. Das entspricht ungefähr dem Energiegehalt eines halben Liters Heizöl. Internationale Normen stellen eine gleichbleibende Qualität sicher.

Herstellung von Holzpellets

Es gibt viele Argumente, die für Pellets als Energieträger sprechen. Pellets gehören zu den erneuerbaren Energien, da sie aus fester Biomasse gewonnen werden. Sie heizen klimaneutral, denn bei der Verbrennung wird nur so viel Kohlendioxid freigesetzt, wie die Pflanzen während ihres Wachstums aufgenommen haben. Dabei erreichen sie als Energieträger fürs Heizen einen Wirkungsgrad zwischen 80 und 90 Prozent.

Bei diesen Argumenten wundert es nicht, dass die weltweite Pellet Produktion im Jahr 2015 bereits bei rund 30 Millionen Tonnen lag. Davon entfiel etwa die Hälfte auf die EU und ein knappes Drittel auf Nordamerika. Etwa 60 Prozent dieser Energieform wird zum Heizen verwendet, den Rest nutzen Kraftwerke, die nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen. So verstromte die EU in 2015 rund 7,3 Millionen Tonnen, den Löwenanteil davon in Großbritannien. Die rund zwei Millionen Tonnen Pellets, die jährlich in Deutschland verbraucht werden, landen meist in den mehr als 400.000 Öfen und Heizungen. Ein Teil der Produktion geht auch in die Nachbarstaaten wie Österreich, Dänemark und Belgien. Dank nachhaltiger Bewirtschaftung gibt es genug Wald. Und damit auch genügend Säge-Nebenprodukte, aus denen sich Pellets produzieren lassen. In Europa haben Waldfläche und die Menge an Nutzholz sogar zugenommen. Nordamerika und Kanada, die ohnehin über riesige Flächen an Wirtschaftswäldern verfügen, werden auch in der Zukunft eine sehr wichtige Rolle in der Pellet-Produktion spielen.

Zurück in die Produktion. Die Pellets sind fertig. Ein Teil liegt als Sackware im Lager, während draußen ein Silofahrzeug „betankt“ wird: Die Pellets rieseln über den oben geöffneten Domdeckel schonend in den Behälter des Fahrzeuges. Staub und überschüssige Luft werden abgesaugt Und wie kommen die Pellets zum Kunden? Per Druckluft aus dem Silofahrzeug gelangen sie direkt ins hauseigene Brennstofflager.  
Moderne Pellet-Heizungen arbeiten vollautomatisch, sogar eine Steuerung über das Smartphone ist möglich. Eine Förderschnecke transportiert die Pellets nach Bedarf aus dem Brennstofflager in den Kessel. Bei halbautomatischen Systemen muss der Vorratsbehälter manuell aufgefüllt werden. Natürlich kann man Pellets auch im Kaminofen nutzen, der wohlige Wärme mit Gemütlichkeit kombiniert.

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Die BayWa setzt bei Holzpellets auf Nachhaltigkeit. Daher stammen die Produkte der Marke „vita holz plus“ ausschließlich aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung mit garantierter Wiederaufforstung. Gleichzeitig gilt es, eine Umweltbelastung durch lange Transportwege zu vermeiden, weswegen der Vertrieb regional ausgelegt ist. Alle „vita holz“-Pellets sind von hoher Qualität (ENplus A1-zertifiziert) und werden von geschultem Fachpersonal ausgeliefert. Zusätzlich ist die Ware der Linie „vita holz plus“ mit dem PEFC-Siegel ausgestattet. Das „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“ (PEFC) ist ein transparentes und unabhängiges System, das eine nachhaltige Waldbewirtschaftung sicherstellen will.


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