Energiezukunft
Im Fokus
BayWa Vorstandsvorsitzender Prof. Klaus Josef Lutz Energiewende Solarenergie

Bremsklötze lösen

Ein Mangel an Flächen und Handelshemmnisse bei Modulen sorgen in Deutschland mit dafür, dass der Ausbau der Solarenergie derzeit auf der Stelle tritt. Welche Lösungen es gibt, erläutert der BayWa Vorstandsvorsitzende Prof. Klaus Josef Lutz im Interview.

Wir arbeiten in vielen Bereichen, um zur Lösung dieser Fragen beizutragen. Mit unserem Tochterunternehmen BayWa r.e. renewable energy GmbH zum Beispiel, oder mit modernen Technologien im Bereich Smart Farming. Damit fördern wir ein nachhaltiges und ressourcenschonendes Wirtschaften. Zudem treiben wir Lösungen voran, die Energiegewinnung und landwirtschaftliche Produktion kombinieren – zum Beispiel Solarmodule und Ackerbau.

Bis jetzt werden Flächen in vielen Fällen entweder nur landwirtschaftlich genutzt oder eben als Solarparks. Dabei lassen sich beide Welten sehr gut miteinander verbinden. Wie das funktionieren kann, zeigt etwa das Pilotprojekt der Demeter-Hofgemeinschaft Heggelbach, das hier im Magazin beschrieben wird. Für dieses Projekt machen wir uns mit der BayWa r.e. stark.

In den letzten Jahren waren enorme Kostensenkungen bei der Herstellung von Solarmodulen zu verzeichnen. Seit Einführung der Handelsbeschränkungen vor knapp zwei Jahren kommen diese Kostenersparnis nicht mehr bei uns in Europa an. Das hemmt den Ausbau der Solarenergie. Dabei verbleiben bei Solarinstallationen 75 Prozent der Wertschöpfung in der Region, selbst bei Nutzung außereuropäischer Module. Wenn wir es ernst meinen mit der Energiewende, sollten wir also auf solche Handelsbarrieren verzichten.

Wir haben gemeinsam mit über 40 Unternehmen eine „offene Erklärung für einen Solarmarkt ohne Handelsbarrieren“ veröffentlicht. Wir unterstützen außerdem die neu gegründete Initiative Solar Alliance for Europe, kurz SAFE, die sich für ein Ende dieser Regelung stark macht. Sonnenstrom könnte heute etwa zehn Prozent billiger sein. Nur bei freiem Handel sehen wir eine Chance, die Photovoltaik in Zukunft wettbewerbsfähig zu gestalten. Und das ist die Voraussetzung dafür, dass die Energiewende ein Erfolg wird.

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