Agrartrend
Im Fokus
Professor Klaus Josef Lutz, BayWa

Mehr Effizienz auf weniger Fläche

Der BayWa Vorstandsvorsitzende Prof. Klaus Josef Lutz über schwindende landwirtschaftliche Nutz­flächen, steigende Getreidepreise und die Bedeutung der Agrarforschung.

Böden sind lebenswichtig und ein knappes Gut: Sie stellen Nahrung, Futtermittel und nachwachsende Rohstoffe. Und die Zahl der Menschen auf der Erde wächst ebenso wie die Ansprüche an die Ernährung. Gleichzeitig entsteht durch den Anbau von Pflanzen zur Energiegewinnung eine Flächenkonkurrenz.

Die Ackerflächen für die Nahrungsmittelproduktion sind weltweit begrenzt. Eine weitere Ausdehnung würde nach Berechnungen der Weltgesundheits-organisation höchstens bis zu 25 Prozent mehr Ertrag bringen – allerdings mit schwerwiegenden Eingriffen in naturnahe Wald- und Graslandgebiete. Wir werden künftig also mehr denn je darauf angewiesen sein, höhere Erträge auf knapper werdenden Äckern zu erwirtschaften.

Wenn die globale Nachfrage das Angebot übersteigt, wirkt sich das natürlich auf die Preise aus. Aber das ist es nicht allein, denn der internationale Getreidehandel ist ein hochkomplexes Räderwerk, in dem eine Vielzahl anderer unterschiedlicher Faktoren eine Rolle spielen: Konjunkturen, Währungsrisiken, mangelnde Transparenz bei Lagerbeständen, Wetterextreme, Spekulation, politische Ereignisse, gesellschaftliche Umwälzungen und vieles mehr.

Sie arbeitet intensiv daran, die Flächenproduktivität zu steigern und entwickelt effiziente, ertragreichere Anbaumethoden. Gerade die europäische Landwirtschaft mit ihren fruchtbaren Böden und guten Klimabedingungen kann sich auf diesem Gebiet vorbildlich einbringen, ohne das Prinzip der Nachhaltigkeit zu vernachlässigen. Dieses hohe Produktionsniveau müssen wir sichern und weiter ausbauen. Darüber hinaus ist es wichtig, auch in anderen bedeutenden Erzeugungsregionen der Welt die Produktion durch den nachhaltigen Einsatz von Betriebsmitteln zu steigern. Dazu gehört neues Saatgut, optimale Düngung und Pflanzenschutz.

Ich bin davon überzeugt, dass Precision Farming auf dem Feld der richtige Weg in die Zukunft ist. Mithilfe von Sensortechnologie, Maschinensteuerung, Datenmanagement und einer intelligenten Vernetzung der Geräte wird es uns gelingen, die Erträge von Nutzflächen zu steigern. Smart Farming kann zudem helfen, den gleichen Ertrag mit weniger Dünger und Pflanzenschutzmitteln zu erzielen.

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Zur Person

Seit Juli 2008 steht Prof. Klaus Josef Lutz als Vorstandsvorsitzender der BayWa AG vor. Weitere Infos zur Person gibt es im Bereich „Konzern“ unter

www.baywa.com

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